Vorstellung des ATZ Eisenbadreaktors in Meitingen

18.10.2011

Meitingen, 12. Oktober 2011 - Mit so viel Resonanz hatte der Initiator des ersten Schlacken-Symposiums in Meitingen, Dr. Michael Heußen, Geschäftsführer der Lech-Stahlwerke GmbH nicht gerechnet. Über 160 Teilnehmer haben an der von dem renommierten TK-Verlag Karl J. Thomé-Kozmiensky aus Neuruppin veranstalteten Fachtagung im SGL Group-Forum teilgenommen. "Alle wichtigen Stahlhersteller aus Deutschland und Österreich sowie wichtige Vertreter aus der Bau - und Recyclingwirtschaft waren vertreten.
Als die Idee entstand, haben sich spontan viele Referenten für das Symposium gefunden. Die wissenschaftliche Leitung dieser Tagung übernahmen Prof. Dr. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky, TU Berlin, und Prof. Dr. Martin Faulstich, TU München, der zugleich Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen und wissenschaftlicher Leiter des ATZ Entwicklungszentrums ist. Die Schirmherrschaft hatte der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie, Martin Zeil, inne. Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich eröffnete den ersten Block "Wirtschaft und Recht" mit einem Überblicksvortrag "Stoffströme in der industriellen Kreislaufwirtschaft". Professor Faulstich ging zunächst auf die vielfältig benötigten Rohstoffe in unserer heutigen Industriegesellschaft ein und skizzierte die Stoffströme der Gegenwart. Der zunehmende Rohstoffbedarf, besonders bei knappen Rohstoffen wie beispielsweise seltenen Erden, erfordert künftig noch weitergehende Konzepte, um die an verschiedensten Stellen auftretenden Rohstoffverluste durch Recycling zurückzuführen. Im Ausblick zeigte Professor Faulstich eine ressourceneffiziente Wertschöpfungskette und die möglichen Stoffströme der Zukunft auf. In der darauffolgenden Session "Technologie der Schlackenverwertung" stellte Dr. Mario Mocker ein vom ATZ Entwicklungszentrum entwickeltes Verfahren zur energieeffizienten Wertstoffgewinnung mit einem besonderen Eisenbadreaktor vor. Dr. Mocker ging dabei auf die zahlreichen möglichen Einsatzstoffe ein und präsentierte Ergebnisse einer großtechnischen Versuchsanlage, die unter der Regie des ATZ Entwicklungszentrums errichtet und über mehrere Jahre betrieben wurde.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die ökologischen Aspekte, die unter anderem von Frau Prof. Dr. Heidi Foth, Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen am Institut für Umwelttoxikologie der Uni Halle, beleuchtet wurden. Dies war den Veranstaltern zur Aufklärung der Öffentlichkeit ein besonderes Anliegen. So drehte sich auch die abschließende Podiumsdiskussion um ökologische Aspekte.
Die aus dem gesamten Bundesgebiet und den Nachbarländern angereisten Teilnehmer empfanden die Veranstaltung als gelungen und bewerteten die Fachvorträge als Bereicherung für ihre eigene Arbeit. "Das Symposium gibt einen hervorragenden Überblick über die vorhandenen Potentiale der Schlackenverwertung und deren Beitrag zur Ressourceneffizienz", so Dr. Rolf Ostertag, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut ISC in Würzburg.

Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Prof. Dr. Heidi Foth, Prof. Dr. Andrea Versteyl, Dr. Christel Wies, Dr.-Ing. Heribert Motz, (Foto TK Verlag Karl Thomé-Kozmiensky)