31.10.2011
Erfolgreicher Start des ersten Praxistests eines innovativen mobilen Latentwärmespeichers.
Im Rahmen des bayerischen Forschungsverbundes FORETA wird am ATZ Entwicklungszentrum ein Latentwärmespeicher mit einer Kapazität von 1,5 MWh optimiert und getestet. Nach der erfolgreichen Erprobung des Prototyps im Feuerungstechnikum des ATZ Entwicklungszentrum wird dieser nun im Pilotbetrieb bei der Firma Zollfrank Solar- & Haustechnik GmbH dauerhaft eingesetzt. Beladen wird der mobile Latentwärmespeicher mit der Abwärme einer Biogasanlage. Ein Sattelschlepper transportiert im Anschluss die gespeicherte Wärme zu einem Bürogebäude und einer Gewerbehalle der Firma Zollfrank in Veitsbronn, um diese und zusätzlich sechs Einfamilienhäuser über ein Nahwärmenetz zu beheizen.
Die Nutzung von Abwärme – die beispielsweise bei der Stromerzeugung in Biogasanlagen und Kraftwerken oder auch bei den verschiedensten Industrieprozessen entsteht – kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Primärenergieverbrauches leisten und somit die Energieeffizienz von Prozessen steigern. Dadurch werden Ressourcen und Umwelt geschont ferner können Kostenvorteile für Produzenten und Verbraucher entstehen.
Neben der zeitlich diskontinuierlichen Verfügbarkeit stellt die zu überbrückende Distanz zwischen Energiequelle und Abnehmer allerdings oftmals ein großes Hindernis bei der Nutzung von Abwärme dar. Häufig fehlt es an Wärmeverbrauchern in unmittelbarer Nähe. Ist das Verhältnis der Distanz zum Wärmeabnehmer zur umgesetzten Energiemenge aber ungünstig, rechnet sich die Errichtung eines Leitungssystems selbst bei kontinuierlicher Verfügbarkeit der Wärmequelle nicht. Unter diesen Umständen ist ein Distributionssystem auf der Basis von transportierbaren Speichereinheiten für thermische Energie oftmals zielführender, um lokal nicht verwertbare Niedertemperaturwärme, beispielsweise aus industriellen Prozessen, durch mobile Wärmespeichersysteme nutzbar zu machen. Hierzu wird ein technischer Prototyp in der Praxis erprobt und vermessen, um Erfahrungen zur Langzeitstabilität zu gewinnen und Optimierungspotenziale offen zu legen.
Die Entwicklungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für Energiesysteme und Rohstoff- und Energietechnologie der Technischen Universität München, dem ZAE Bayern und dem Ingenieurbüro Budach durchgeführt. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Transport des Latentwärmespeichers zum Einsatzort