Mehr erneuerbare Energie aus Baden-Württembergs Biotonnen

22.08.2011

Karlsruhe/Stuttgart. Rund 60 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung diskutierten über die Potenziale und Chancen der Nutzung biogener Reststoffe im Rahmen eines von EnBW veranstalteten Symposiums in Stuttgart. Der Konzern hatte vom ATZ Entwicklungszentrum, dessen wissenschaftliche Leitung bei Professor Faulstich liegt, eine Studie über das Potenzial zur energetischen Nutzung biogener Reststoffe in Baden-Württemberg erstellen lassen, diese wurde nun im Zuge des Symposiums vorgestellt. Biogene Reststoffe – das sind u. a. Bioabfall, Molke, Straßenbegleitgrün oder thermisch verwertbare Stoffe wie Waldrestholz und Stroh – lassen sich klimaneutral energetisch nutzen und kommen beispielsweise in Biogas-, Biomasse- oder Restmüllheizkraftwerken zum Einsatz. Die Studie verdeutlicht im Vergleich verschiedener biogener Reststoffe, dass die in der so genannten Biotonne erfassten Reststoffe die größten Beiträge zur regenerativen Energieerzeugung leisten können. Erst 30 Prozent der in der Tonne gesammelten Bioabfälle werden derzeit in Biogasanlagen behandelt (Bezugsjahr ist das Jahr 2009). Neben einer vermehrten Bioabfallvergärung wurden in der Studie auch die Potenziale und Auswirkungen einer vermehrten Bioabfallerfassung und -vergärung aufgezeigt. Basis für diese Annahmen bildet die geplante Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die eine flächendeckende Bioabfallerfassung ab dem Jahr 2015 vorsieht.


Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Leiter des Lehrstuhls für Rohstoff- und Energietechnologie der TU München und Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) erläuterte in seinem Vortrag "Biogene Reststoffe – Potentiale und Chancen" die Potenzialanalyse der vergärbaren und thermisch verwertbaren Reststoffe sowie die Verfahrensanalyse der Fermentertypen für die Vergärung und möglichen Feuerungsanlagen und zeigte Defizite und Optimierungspotenziale auf.

Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich beim Vortrag (Foto: Uli Deck, EnBW AG)