29.08.2011
Mühlenrestprodukte, auch Mühlenausputz genannt, können nicht ohne weiteres in handelsüblichen Feuerungen verbrannt werden. Der niedrige Ascheschmelzpunkt, sowie der erhöhte Staubanteil sind nur zwei der Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. In einer fünftägigen Versuchskampagne im Feuerungstechnikum konnte mit Wirbelfeuerung ein autonomer Dauerbetrieb für diesen schwierigen Brennstoff, der mit Zuschlagstoffen versehen wurde, nachgewiesen werden.
Mit der vom ATZ Entwicklungszentrum entwickelten und von Spanner RE² GmbH vermarkteten Wirbelfeuerung können bislang nicht genutzte nachwachsende Brennstoffe und biogenen Reststoffe als Energiequellen genutzt werden. Die durch das ATZ Entwicklungszentrum patentierte Wirbelfeuerung verbrennt Brennstoffe wie Holzhackschnitzel, Gärrestpellets, Stroh etc. und kann Leistungsbereiche zwischen 100 kWtherm und 500 kWtherm abdecken. Im Gegensatz zur konventionellen Wirbelschichtfeuerung wird lediglich Luft als Trägergas verwendet und auf ein inertes Bettmaterial verzichtet.
In zahlreichen Verbrennungskampagnen mit Holz und Holzkohle, aber auch mit Reststoffen wie Laub oder Gärresten konnte gezeigt werden, dass die Wirbelfeuerung sich sehr gut an die Anforderungen unterschiedlicher Brennstoffe anpassen lässt. Sie kann sowohl überstöchiometrisch als auch mit gestufter Verbrennung zur NOX-Reduktion betrieben werden. Die Versuche haben gezeigt, dass mit der Wirbelfeuerung ein stabiler Betrieb mit unterschiedlichen Brennstoffen bei niedrigen Emissionen möglich ist. Weiterhin erlauben der spezielle Brennkammeraufbau und die variabel einstellbaren Strömungsverhältnisse ein großes Partikelspektrum. Es können Brennstoffe von Staubpartikelgröße bis hin zu Hackschnitzelgröße eingesetzt werden.
Die Entwicklung wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie gefördert.
Erfolgreiche Erweiterung des Brennstoffspektrums